3.Juli 2020 - 20.August 2020

Reinhard Hölker und Dirk Hupe

Ausstellung

medienübergreifende Arbeiten

Reinhard Hölker. unauslotbar

Reinhard Hölker arbeitet mit verschiedenen künstlerischen Medien wie Installation, Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Video. Die Arbeiten sind häufig medienübergreifend, um Situationen zu schaffen, Zeit und Grenzen zu überschreiten und Konzepte hervorzuheben. So erlebt der Besucher eine Rückführung auf sich selbst vor einem Spiegel, bei dessen Betrachtung der Lidschlussreflex ausgelöst wird. Er muss zwinkern und wird so Teil des Kunstwerkes. Der Weg von einer rein visuellen Ebene zu einer körperlichen und geistigen soll initiiert werden. Weniger auf Illusion und deren Enttäuschung als auf Prozesse des Übergangs zielen die Videoinstallationen von Reinhard Hölker, die Mensch und Tier, Technik und Natur im Zustand wechselseitiger Metamorphose zeigen. Handelt es sich statt einer Vermenschlichung des Tieres, wie man es täglich beobachten kann, um die Animalisierung des Menschen? Nicht die Künstlichkeit der Medien, sondern die Rückführung mit Hilfe der Medien zur Lebendigkeit, zur Wahrnehmung ist Thema.

Reinhard Hölker (geb. 1967 in Vreden) studierte an der Kunstakademie Münster und der Kunstakademie Düsseldorf und beendete sein Studium als Meisterschüler bei Prof. Reiner Ruthenbeck. Er lebt und arbeitet in Marburg.

www.reinhard-hoelker.de

Abb.: Reinhard Hölker, Zwinkern, 1996, Spiegel, Lichtschranke, Kompressor (nicht hörbar), 250 x 170 x 35 cm, Kloster Dahlheim Lichtenau

dirk hupe. the beastly theory of the remains of signs

Als Multimediakünstler setzt sich dirk hupe mit Kommunikation bildnerisch auseinander. Seine Medien sind u.a. Installationen, Zeichnungen und in letzter Zeit auch erneut die Malerei. Typografische und skripturale Schriftzeichen erscheinen in seinen Arbeiten nicht in einer lesbaren syntaktischen Verwendung. Vereinzelt oder als bildnerische Komposition tauchen die Zeichen – scheinbar frei von jeglichem Sinngehalt – in seinen Arbeiten auf, verschwinden hinter leeren Sprechblasen oder entformen sich als freie outlines von Buchstaben zu neuen Inhalten. Nicht als Narration oder als Statement formuliert wird das Bild selbst das kommunikative Zeichen. Bereits seit Anfang der 1990er Jahre war in seinem Werk ablesbar, dass nicht die Destruktion von Sprache, sondern die Konstruktion und die Rekonstruktion von Zeichen zu einem neuen Zeichen formuliert werden können. Dies wird in seinen Werken durch einen „Ver-nichtungsakt“ mittels Übermalung, Verzeichnung und Spuren des vorherigen Werkes sichtbar. Ablesbar ist auch der Weg über den Schriftgestus als freie Linie, der Dynamik mittels Überzeichnung hin zu einer Theorie von Zeichen des Werdens durch Veränderung. Um es mit den Worten Zarathustras zu sagen: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“*

(*Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“, Band IV, Vorrede, Kapitel 5, Seite 13, Zeile 30f, Stuttgart 1964)

dirk hupe (geb. 1960 in Essen), studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Düsseldorf sowie Kommunikations-Design an der Universität GH Essen. Diplom in freier Malerei und Fotografie bei László Lakner und Hermann Sturm. Er lebt und arbeitet in Mülheim an der Ruhr und Gelsenkirchen.

www.dirk-hupe.de

Abb. dirk hupe, Werk-Nr. 1950_2019_B_RESTZEICHEN_ZEICHENRESTE, Mischtechnik auf Leinwand und Holz, 40 x 50 x 2,5 cm