11.Juni 2021 - 29.Juli 2021

Tan Bone သံဗုံး (Sound Pot) – Kam Seng Aung und Joshua Weitzel

Experimentelle Musik im Foyer

Tan Bone ist ein kollaboratives Ausstellungsprojekt der Klangkünstler Kam Seng Aung und Joshua Weitzel. Im Februar 2021 putschte sich das Militär in Myanmar an die Macht und führt seither einen blutigen Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Diese protestiert mit akustischen Mitteln gegen die Militärdiktatur und für die Rückkehr der demokratischen Regierung, indem Töpfe und Pfannen geschlagen werden. Diese Form von akustischem Protest wird seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt angewandt und ist auch unter dem spanischen Namen „Cacerolazo“ bekannt. In Myanmar kommt eine religiöse Komponente dazu indem der Lärm auch böse Geister vertreiben soll.

Die Klanginstallation findet parallel in Marburg, in Yangon (Myanmar) und im virtuellen Raum statt. Dabei sollen die Klänge von Myanmar nach Europa und die Klänge aus Europa nach Myanmar gebracht werden. Eine von Samuel Cho entwickelte Smartphone App fungiert als Bindeglied zwischen den Standorten und kann unter https://hearthevoiceofmyanmar.app ausprobiert werden.

In Marburg wird eine Vierkanal-Installation zu hören sein, bei der Field-Recordings vom Protest in Myanmar die Grundlage bilden. Diese Aufnahmen wurden am 5., 7. 8. Und 9. Februar in Yangon aufgenommen. Als Lautsprecher selbst fungieren Töpfe und Pfannen, die durch Exciter zum klingen gebracht werden.

Die Objekte erzählen eine tragische Geschichte von einem akustischen Protest der blutig niedergeschlagen wird und mahnen die internationale Gemeinschaft dazu nicht wegzusehen und nicht wegzuhören.

Das Projekt wird durch das Institute Francais und das Goethe Institut in Myanmar unterstützt.

Tan Bone präsentieren wir als Klanginstallation an einer Wand im Foyer parallel zur Ausstellung “Habitat” von Anja Warzecha.