8.Februar 2019 - 28.März 2019

Emilia Neumann und Urban Hüter

Die Arbeiten von Emilia Neumann zeigen eine spannungsreiche Vielfalt. Mittels der Verwendung industrieller Formen und deren in Gips gegossene Übersetzung zum originären künstlerischen Objekt, bieten ihre Arbeiten durch ihre farbliche und formale Struktur einen Nährboden für subjektive und assoziative Zuschreibungen. Darüber hinaus fordern sie eine wechselseitige Auseinandersetzung zwischen Original und Abdruck, Bewegung und Starrheit, Oberfläche und Tiefe und nicht zuletzt Fragment und Ganzes ein. Vom Aufbrechen vorgefertigter Formen bis hin zur individuellen künstlerischen Geste vereint Emilia Neumanns Werk eine grundlegende Auseinandersetzung mit den Gegenständen unseres Alltags und deren künstlerischer Transformation.

In der Ausstellung zeigt sie eine experimentelle bildhauerische Auseinandersetzung, in der sie die Beziehung von Raum und Zeit sowie die Vorstellungen von Wirklichkeit und Materialität in Frage stellt. (Christin Müller)

Emilia Neumann (geb. 1985 in Offenbach) studierte von 2006-2013 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und an der Facultad de Bellas Artes Alonso Cano in Granada, Spanien Bildhauerei. 2014 machte sie ihr Diplom bei Prof. Wolfgang Luy in Bildhauerei und bei Prof. Dr. Marc Ries in Soziologie / Theorien der Medien. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt.

www.emilianeumann.de

Abb.: heap of debris, 2017, Gips, Stahl und Pigment, 700 x 240 x 180 cm

Urban Hüter arbeitet mit anthropogenen Werkstoffen und mit vorgefundenen industriell hergestellten Gegenständen. Diese montiert, addiert und komponiert er zu dreidimensionalen Skulpturen in allen Formaten. So entstehen Entitäten, die von einer starken integrativen Kraft zeugen und sich zugleich nahe am Rande eines Zusammensturzes befindend, bei aller fragilen Unsicherheit dennoch behaupten. Es sind immer wieder mutierende, amorphe Materialassemblagen, voluminöse, teils raum- greifende Akkumulate. Der Körper, der Organismus, kulturelle Ereignisse, Ikonen und Glaubenssymbole spielen in diesen Arbeiten eine entscheidende Rolle. Die Werke verwehren sich dabei weder einer narrativen Darstellung, noch jeglicher symbolischer Referenz. Wirkung und Interpretationsoffenheit sensibilisieren somit für Wahrnehmung und Hinterfragen gesellschaftlicher Strukturen und deren ökologischer Folgen.

Urban Hüter (geb. 1982 in Frankfurt) studierte an der Akademie der Bildenden Künste In Nürnberg und beendete sein Studium 2013 in der Klasse freie Bildhauerei als Meisterschüler bei Prof. Ottmar Hörl. Er lebt und arbeitet in Frankfurt und Nürnberg.

Abb.: there‘s no place like…, 2017, Kunststoff, Aluminium und Stahl, 520 x 850 x 310 cm