Jahresvorschau

11.November 2021 - 20.Februar 2022

Stadtansichten. Ölbilder von Hartwig Schuchart

Verlängerung der Ausstellung im Erwin-Piscator-Haus

Bei “Stadtansichten” denkt man meist an Merian-Stiche oder Veduten bekannter Bauwerke. (mehr …)

21.Januar 2022 - 10.März 2022

SWEET HOME. Wohnen in Zeiten der Unbehaustheit

Ausstellung

 

„Das ist doch ganz gleichgültig, wie man wohnt.“ (Hans Erich Nossack)

Dass dem nicht so ist, zeigt unter anderem die Kunst. Denn Fragen und Feststellungen dazu, wie der Mensch lebt und sich in der Welt einrichtet, beschäftigen nicht nur die Soziologie, sondern auch Künstlerinnen und Künstler immer wieder. Die „Welt des wohnenden Menschen“ (Arnold Bode) spiegelt sich in allen Medien.

Die Gruppenausstellung SWEET HOME versammelt aktuelle künstlerische Interpretationen materieller Lebensumstände zwischen Konstruktion und Destruktion, Euphorie und Melancholie, Realität und Fiktion: architektonische Grundlagen des menschlichen Zusammen- und Auseinanderlebens, geprägt vom Konflikt zwischen Individualität und Norm, zwischen dem Wünschbaren und dem Machbaren. Die Kunst dokumentiert den Willen, den Begrenzungen der gebauten Umwelt Lebensqualität abzutrotzen; und sie lotet den Punkt aus, an dem die Sehnsucht nach der Idylle den Schrecken gebiert.

Malerei und Fotografie thematisieren unter anderem die Zersiedelung der Landschaft, die Zerfaserung der Städte in Randgebiete, die dortige Vereinzelung im Kollektiv und die Privatisierung des Öffentlichen. Die kritischen Blicke der Kunst auf Architekturen und Wohnverhältnisse, auf Lebensräume und -umstände belegen die Bemühungen um ein immer noch schöneres Wohnen in modernen In- und Exterieurs. Die Ausstellung berichtet von Triumph und Scheitern einer mobilen Gesellschaft bei ihren Versuchen der Sesshaftwerdung; sie widmet sich Einrichtungen, mit denen sich die Wohnenden gegen die Zumutungen der Außenwelt abzuschotten und persönliche Vorstellungen von SWEET HOME durchzusetzen suchen. Doch offenbaren die künstlerisch kommentierten Behausungen letztlich die Unbehaustheit in den Unwirtlichkeiten der individuellen Verheimatungsbestrebungen.

„… und das Wohnen bleibt im ganzen unfaßlich.“ (Botho Strauß)

 

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

I MALEREI

Ingmar Alge (*1971 Höchst/Vorarlberg, Studium an der AdBK Wien, lebt in Dornbirn)

Daniel Behrendt (*1980 Stendahl, Studium an der FH Ottersberg und an der HfK Bremen, lebt in Bremen)

Heinrich Mauersberger (*1987 Leipzig, Studium an der HfBK Dresden, lebt in Leipzig)

Mathias Weis (*1955 Zweibrücken/Pfalz, Studium Kunsthochschule Kassel, lebt in Kassel)

Guido Zimmermann (*1978 Frankfurt/Main, Studium Academy of Visual Arts, Frankfurt, lebt in Frankfurt)

 

II FOTOGRAFIE / VIDEO

Jens Gerber (Studium Kunsthochschule Kassel und in Helsinki, Fotoateliers in Leipzig und in Frankfurt)

Christian Andreas Müller (*1961 Wolfenbüttel, Studium GH Kassel, Kunstakademie Düsseldorf und Alexandria, lebt in Meinersen/ Niedersachsen und Düsseldorf)

Joanna Schulte (*1969 Osnabrück, Studium  FH Hannover, lebt in Hannover)

Dagmar Weiss (* 1978 Marburg/Lahn, Studium FH Bielefeld und Aalto University School of Art and Design Helsinki, lebt in Berlin)

 

Kurator: Dr. Harald Kimpel

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 21. Januar 2022, um 18 Uhr laden wir herzlich ein. Es gelten die dann aktuellen Corona-Regeln.

 

Der Marburger Kunstverein dankt der Stiftung Kunstfonds für die Förderung der Ausstellung und des Katalogs im Rahmen des Sonderförderprogramms 20/21 NEUSTART KULTUR – Förderung von Kunstvereinen.

Dank gebührt auch der ART-regio Kunstförderung der SV SparkassenVersicherung.

27.Januar 2022, 18:00 Uhr - 19:30 Uhr

Willow trees exist – Weidenbäume gibt es

Performance

Die neue Performance von Maria Tsitroudi thematisiert Landschaft, Identität und Geschichte. Innere Geographien, in Zeichnungen eingeschrieben, werden ans Licht gebracht und in künstliche Landschaften übersetzt. Weidenzweige dienen der Künstlerin als Medium, die Zeichnungen performativ darzustellen.

Konzept-Choreographie-Tanz: Maria Tsitroudi

Sound: Judith Bethke & Vincent Viala

Musik-Performance: Vincent Viala